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Testbericht mit Messungen zum neuen Sony Projektor der 3000€ Klasse

Sony HW50

Sony´s neuer 3D SXRD-Projektor schmückt sich mit beeindruckenden technischen Daten. Dynamischer Kontrast von 100000:1 und 1700 Lumen Helligkeit. Neu ist die Reality Creation Funktion, die der HW50 von seinem großem Bruder, dem VW1000, übernommen hat. Was von den Daten nach der Kalibrierung und im tatsächlichen Betrieb übrig bleibt, klärt der Test.

Ausstattung

Der HW50 hat das altbewährte Gehäuse seiner Vorgänger geerbt, bietet ein sehr präzises, manuell zu verstellendes Objektiv und eine gute, manuelle Lenshift-Funktion. Die Schärfeverstellung und der Fokusring arbeiten sehr sauber und das Bild lässt sich perfekt justieren. Die Fernbedienung ist ebenfalls vom Vorgänger übernommen und nach wie vor sehr übersichtlich, sowie blau hinterleuchtet. Im Lieferumfang findet man  zwei 3D Brillen und der Emitter ist im Projektor integriert.
Das Objektiv bietet mit einem Zoomfaktor von 1,6 und einem guten, vertikalen und horizontalen Lensshift, ausreichend Spielraum für eine flexible Montage.

Funktionen

Das Menü ist übersichtlich aufgebaut und bietet viele Optionen, um das Bild an den jeweiligen Raum anzupassen. Dazu gehört die, wie von Sony gewohnt, präzise arbeitende Irisblende. Man hat die Wahl zwischen aus, manuelle Iris(Einstellbereich 0-100), auto begrenzt und auto voll. In Verbindung mit den zwei Lampenmodi lässt sich so die max. Helligkeit und der Schwarzwert perfekt an die Umgebung anpassen. Die Gammamodi wurden überarbeitet und bieten nun definierte Werte. Außerdem hat Sony dem HW50 die Möglichkeit spendiert, per Image Director Software, gezielt die Gammakurve zu optimieren.
Ein Colormanagement ist ebenfalls mit an Bord und erlaubt, die vorhandenen Farbräume (BT.709, Farbraum 1-3) weiter zu bearbeiten.

Menü Sony HW50 Bildmodi HW50 RCP Sony HW50

Der Sony VPL-HW50 hat noch zwei weitere Features mit an Bord, die diesen Projektor hervorheben. Zum einen bietet Sony die am besten funktionierende Frame Interpolation am Markt, Motion Flow genannt und diese ist auch bei 3D aktiv, damit hat Sony der Konkurrenz ein wichtiges Detail voraus.
Zum anderen hat Sony die Reality Creation Schaltung, aus dem Sony 4K Beamer VW1000, im HW50 integriert. Diese Schaltung arbeitet mit einem Logarythmus, der die Kompressionsverluste der Bluray, zum eigentlichen Quellmaterial, wieder ausgleichen soll. Diese Schaltung lässt sich in Stufen, von 0-100 dosieren und wertet das Bild merklich auf.

Das Menü bietet noch zahlreiche andere Einstellmöglichkeiten und Filter, die aber bei den meisten anderen Projektoren, auch in irgendeiner Form vorhanden sind, daher spare ich mir an dieser Stelle die Aufzählung.

Reality Creation deaktiviert

Sony HW50 Gesicht nativ

Reality Creation Wert 20

Sony HW50 Gesicht Reality Creation Wert 20

Licht und Farbe

Der Sony HW50 bietet , mit dem BT.709 Farbraumpreset, schon einen sehr normnahen Farbraum. Die Farben liegen nur leicht daneben und das Bild wirkt vom Farbeindruck schon recht stimmig. Mit dem RCP (Farbmanagement) lässt sich der Farbraum dann auf Norm trimmen, lediglich die Primärfarbe Blau lies sich , bei unserem Testgerät, nicht zu 100% auf den punkt bringen.
Uns ist dabei aufgefallen, daß starke Korrekturen mittels RCP, weniger helle Farbtöne, teils zu gesättigt erscheinen lassen. Daher sollten die Werte nicht zu stark verdreht werden. Das ist aber ein Problem aller Farbmanagements und betrifft nicht nur den Sony.

Der Graustufenverlauf des D65 Werkspreset lässt da schon mehr Verbesserungspotential und fällt, durch 10-15% Blauüberschuß und leichtem Rot- wie Grünmangel, zu kühl aus und bedarf einer Korrektur.

Auch die Gammaeinstellung 2.2 trifft den Sollwert nicht exakt und lässt noch Raum für Verbesserungen. Während die leichte Gammaanhebung bei der 10% Graustufe noch gefällt und etwas mehr Durchzeichnung in dunklen Bildbereichen bringt, so steigt die Helligkeit oberhalb der 40% Graustufen etwas zu langsam an.

Werkspreset Referenz, Eco, Gamma 2.2, Farbraum BT.709, Frabtemperatur D65

Sony HW50 Referenz Werkspreset

Korrigiert sieht es mit dem Graustufenverlauf und dem Farbraum dann schon besser aus. Lediglich das Gamma macht, mit dem Werkspreset, keine Punktlandung. Für die letzte Perfektion im Gamma- und Graustufenverlauf kann man den Image Director bemühen und , mit ein wenig Zeitaufwand, Perfektion erzielen kann.
Mit der Image Director Software lässt sich die Gammakurve an 50 Punkten einstellen und das nicht nur für Weiß, sondern auch einzeln für Rot, Grün und Blau, allerdings ist dabei etwas Fingerspitzengefühl gefragt.

Mittels RCP korrigierter Farbraum

Sony HW50 BT.709 Farbraum korrigiert

Gamma Point, Preset 2.2 ohne Image Director

Sony HW50 Gamma Point 2.2

kalibrierter RGB-Verlauf ohne Image Director

Sony HW50 RBG korrigiert D65

kalibrierter RGB-Verlauf mit Image Director korrigiert

Sony HW50 RBGmit Image Director 21 Stufen

Gamma Point, Preset 2.2 mit Image Director korrigiert

Sony HW50 Gamma Point mit Imgae Director

Bei 90% Weitwinkelstellung, erreicht unserer HW50 eine Helligkeit von 700 Lumen im Eco-Mode. In der hohen Lampenstellung, kamen wir auf 1180 Lumen kalibriert, damit gehört der Sony zu den hellsten Projektoren am Markt. Der native Schwarzwert ist sehr gut und wird nur von den größeren Sony und den JVC Projektoren getoppt. Im Eco Mode, mit fast vollem Weitwinkel, erreichte unser HW50 einen nativen Kontrast von 4200:1. Nach Reduzierung der maximalen Helligkeit, mittels manueller Blende, erreichte er sogar 5300:1. Das sind sehr gute Werte und lassen ein sehr plastisches Bild zu.

Schärfe / Konvergenz

Die optische Schärfe des HW50 ist hervorragend und arbeitet, bis in den Randbereich, sauber. Die Konvergenz zeigte nur einen minimalen Versatz von Rot und Blau und konnte, mit einer leichten Korrektur, in den nicht sichtbaren Bereich verschoben werden.
Die subjektive Schärfe des Sony haben wir als sehr hoch empfunden. Das dürfte zum einen an der Reality Creation Schaltung liegen, die sehr viele Details aus dem Filmmaterial heraus arbeitet und zum anderen an der hervorragend arbeitenden FI, die Bewegungen absolut scharf und ohne Schlieren zeigt.

Bildeindruck 2D und 3D

Der HW50 hat ein hervorragendes Kontrastverhältnis und bietet, wenn nötig, sehr viel Helligkeit. Selbst eine 3,5m breite Leinwand kann mit ca. 16ftl. ausgeleuchtet werden.
Der sehr gute Schwarzwert kann, durch die hervorragend arbeitende Iris, noch verbessert werden und lässt nur selten noch einen minimalen Schleier im Schwarz erahnen.
Im Eco-Mode ist der Projektor sehr leise und selbst im hohen Lampenmodus wird er kaum lauter. Dann liegt er ungefähr mit dem Eco-Mode anderer Projektoren auf einem Level. Hier ist Sony konkurrenzlos marktführend.
Mit dezent eingesetzter Reality Creation (15-20) und Motion Flow auf niedriger Stufe, erhält man ein sehr plastisches, scharfes und extrem detailreiches Bild. Allerdings sollte man Reality Creation bedacht einsetzen, zu hohe Werte lassen das Bild rauschen und die Projektion digital wirken.
Da Motion Flow und Reality Creation in 3D aktiviert werden können, lassen auch hier Plastizität, Schärfe und Detailreichtum keine Wünsche offen. Der HW50 projeziert zwar hellere 3D Bilder als sein Vorgänger, kommt aber, im Bezug auf die Helligkeit im 3D, nicht ganz an den Epson EH-TW9100, der 3D noch etwas heller zeigt, dafür aber keine FI bietet. Das Bild zeigt wenig Ghosting, neigt aber in hellen Bildbereichen zu gelegentlichem Flackern, daß durch Reduzierung der Brillenhelligkeit, eliminiert werden kann.

Fazit

Sony ist mit dem VPL-HW50 ein großer Wurf gelungen. Die 2D Bilder sind absolut begeisternd und 3D lässt, bis auf etwas mehr Helligkeit, fast keine Wünsche offen. Dazu ist er in jeder Betriebsart angenehm leise.
Die Verarbeitungsqualität und die der Optik sind hervorragend und die Mechanik für Zoom, Fokus und Lensshift machen eine präzise Einstellung möglich. Die Motorisierung und das Fehlen einer Lens Memory Funktion, sind die einzigen Punkte, die noch Wünschenswert wären. Dafür trumpft der Sony mit der Reality Creation und der fabelhaften Motion Flow Schaltung auf, die auch in der 3. Dimension funktionieren.
Die Möglichkeit, das Bild mit Hilfe der Image Director Software zu korrigieren, ist zwar nicht für jeden einfach zu handhaben, bietet aber optimale Einstellmöglichkeiten.

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Autor: Jan Andrick

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