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Schalltransparentes Leinwandtuch:
Opera microperforiert

Opera micorperforiert Leinwandtuch

Für Selbstbauer bietet der Hersteller Gerriets verschiedene Tücher für Projektionsflächen. Grund genug für uns sich das Opera Tuch, in der schalldurchlässigen Variante, genauer anzusehen.
Das Opera Tuch ist, neben dem Gammalux microperforiert aus gleichem Hause, das günstigere Tuch. Die Unterschiede liegen in der Tuchstärke und dem Reflexionsverhalten des Farbspektrums. Außerdem bietet das teurere Gammalux eine graue Rückseite, während diese beim Opera weiß ist.
Die gelochte Fläche wird bei beiden Tüchern mit 6% angegeben. Auffällig ist, das das Opera eher grau-bläulich wirkt, gegenüber unserer Referenzleinwand, die eher warmweiß aussieht. Eine kleine Probe des Gammalux zeigt ebenfalls eine warmweiße Einfärbungen, die eher unserer Referenzleinwand entspricht.

Davon ausgehend, daß der angestrebte Weißpunkt D65, eine warmes gelbliches Weiß ist, kommt das Gammalux dem Ideal näher, was auch das technische Datenblatt bestätigt.
Der Gainfaktor des Opera Tuches wird mit 0,9 angegeben.

Bei unseren Messungen stellten wir fest, daß wir nach dem Kalibrieren die selbe Helligkeit, wie bei unserer Gain 1.0 Leinwand haben. Hier scheint der Hersteller sehr präzise Daten anzugeben und es ist eher davon auszugehen, daß unsere Referenzleinwand nicht ganz auf den angegebenen Gainwert von 1.0 kommt.
Unterm Strich kann man dadurch, wenn überhaupt, auf einen sehr geringen Lichtverlust durch die Microperforierung schließen.

Gegenüber unserer Referenzleinwand und unserem kalibriertem Projektor, war ein Blauüberschuss und ein leichter Grünmangel zu messen. Der Vorteil, man kann den Grünanteil anheben, was mehr Licht bedeutet.
Im Sichtetest kann die Leinwand überzeugen. Schärfe , Farben und Homogenität hinterlassen einen guten Eindruck. Aus der Nähe kann Mann einen leichtem Moire-Effekt feststellen, davon ist im Betrieb, bei normalem Sitzabstand nichts mehr zu sehen. Lediglich grobes Filmkorn wirkt einen Hauch unruhiger.
Unser Opera Leinwandtuch wies, aus der Nähe betrachtet, kleine Unregelmäßigkeiten, in Form von leichter Linienbildung,  auf, die im Filmbetrieb allerdings nicht zu sehen waren.

Referenzleinwand 1 Pixel Muster

Refernzleinwand Detail

Opera microperforiert 1 Pixel Muster

Opera Mikroperforiert Detail

Messung eines kalibrierten JVC-DLA X35 auf unserer Referenzleinwand

Referenzleinwand RGB Gamma Messung
Referenzleinwand CIE Diagramm

dasselbe Preset des X35 auf dem Opera microperforiert

Opera Micro RGB Gamma Messung
Opera Micro CIE Diagramm

Die Frequenzgangmessungen zeigten, daß im wichtigen Bereich von 500-5 kHz nur zu einem geringen Abfall von ca. 1 dB kommt, darüber bis 20 kHz steigt der Abfall auf 5 dB an.
Dadurch klaut man dem Center etwas Brillanz, aber der wichtige Mitteltonbereich bleibt messtechnisch fast unverändert.
Die Impulsmessung sieht mit Tuch etwas unsauberer aus und das ETC Diagramm zeigt , daß es durch das Tuch zu Reflexionen kommt. Diese Kammfiltereffekte ändern sich mit Winkel und Abstand des Lautsprechers zur Leinwand. In unsrem Fall war der Center ca. 5-10 Grad nach oben angewinkelt und der Abstand zur Leinwand betrug 8 cm.

Frequenzgangmessung Center Fullrange

opera microperforiertes leinwandtuch Frequenzgang

Energy Time Curve

opera microperforiertes leinwandtuch etc

Impulsmessung

opera microperforiertes leinwandtuch impulse

Der Hörtest bestätigte die Messergebnisse. Dafür wurde das Tuch lediglich vor dem Center betrieben und dieser mit Musik bespielt. Hinter der akustisch transparenten Leinwand spielt der Center belegt, weniger luftig und der Sound klebt an der Leinwand. Stimmen klingen etwas weniger konturiert und leicht verwaschen.
Wie alles im Kino, ist auch das ein Kompromiss. Die Vorteile: Der Center kann auf Ohrhöhe betrieben werden, der Sound kommt direkt aus dem Bild und die Leinwandfläche integriert sich akustisch unauffälliger im Kinoraum.
Die Nachteile: Die dahinter befindlichen Lautsprecher verlieren an Klangqualität.

Fazit:

Aus akustischer Sicht,ist eine schalltransparente Leinwand, einer "Normalen" vorzuziehen. Die Soundqualität der dahinter positionierten Lautsprecher leidet, daher sollte man evt. nur den Center dort platzieren und mit Abstand und Winkel experimentieren, bis es stimmig klingt.
Die Qualitätseinbußen beim Bild sind bei dem Opera Tuch schon deutlich geringer. Der Bildeindruck ist, nach einer Kalibrierung, sehr stimmig und frei von störenden Artefakten, wie Moiree etc.

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Autor: Jan Andrick

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