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JVC DLA-X35

JVC´s Einstieg in die D-ILA Technik

JVC DLA-X35 Fernbedienung
JVC DLA-X35
D-ILA Logo

JVC´s kleinster D-ILA Projektor, der X35, kommt wahlweise in weißem, oder mattschwarzem Gehäuse und gleicht äußerlich exakt seinem Vorgänger, dem X30. Auch die technischen Daten lesen sich größtenteils identisch.
Die Kontrastangabe von 50000:1 und die Angabe der Lichtstärke mit 1300 Ansi-Lumen, seitens JVC, sind ebenfalls identisch zum X30. Die UVP liegt bei 2.999€.
Dieser Test und die Messergebnisse klären, ob sich etwas verändert hat.

Ausstattung

Der X35 bietet das altbekannte, motorische Objektiv inkl. der Lens-Memory-Funktion. Die Verstellung arbeitet präzise und macht das Ausrichten und Einstellen zu einem “Kinderspiel”. Das Objektiv besitzt einen großen 2-Fach Zoombereich und mit 80% horizontalem , sowie 34% vertikalem Lensshift, einen großen Einstellbereich.
Schade das die motorische Objektivabdeckung und die Hochglanzlackierung der älteren Baureihen dem Rotstift zum Opfer gefallen sind. Die gute und übersichtliche Fernbedienung kennt man ebenfalls von den Vorgängern und lässt keinen Anlass zur Kritik zu.
Der X35 kommt ohne 3D Equipment, sodass hier nochmal Extrakosten anfallen. Für zwei 3D Brillen und einen Emitter muss der Kunde zusätzlich ca. 300€ locker machen.

Funktionen

Die Menüstruktur und dessen Funktionen sind ebenfalls identisch zum X30. Der Kunde hat die Möglichkeit bis zu 5 eigene Presets anzulegen und kann dabei auf diverse Einstellmöglichkeiten zurück greifen, unter anderem auf den motorischen Lens Memory. Weiterhin mit an Bord, ist der Gammaeqalizer, der eine sehr präzise Kalibrierung möglich macht. Dazu wählt man eine vordefinierte Kurve aus und kann diese nach belieben, für jede Farbe einzeln, anpassen.
Die Detailaufwertung und Schärfeanhebung bietet eine Möglichkeit noch mehr Details und Konturen aus dem Bildmaterial zu holen.
Die Farbtemperatur lässt sich mit der Gain-Offset-Regelung einstellen und auf drei Presets ablegen.
Die drei vorgegebenen Farbräume (Standard, Erweitert und Nativ) lassen sich, wegen fehlendem Colormanagement, leider nicht weiter anpassen. Das bieten erst die größeren Modelle, ab dem X55.
Die Bewegungsverbesserungschaltung, Clear Motion Drive, lässt das Filmmaterial flüssiger erscheinen und vermeidet jegliches “Schlieren” im Bild. Leider funktioniert diese Schaltung immer noch nicht bei 24p Material und auch die Zusatzoption NTSC/24p bringt keine Verbesserung.

Bildmodi

JVC DLA-X35 Menü Bildmodi

Gain-Offset-Regelung

JVC DLA-X35 MenüFarbtemperatur

Gammakorrektur

JVC DLA-X35 Menü Gamma

Licht und Farbe

Von den drei Farbraumpresets bietet der Standard Farbraum die bestmögliche Farbwiedergabe des X35. Gegenüber dem Farbraum “Erweitert”, ist er bei Rot und Grün weniger stark erweitert. Da der X35 kein Farbmanagement besitzt, muss man mit diesem Kompromiss leben. Die Farbwiedergabe gelingt dem X35 im Standard Farbraum aber glaubwürdig, nur stark gesättigte Rottöne und manche Hauttöne lassen eine Abweichung erkennen. Blau und Grün sind leicht verschoben.
Die Farbtemperaturauswahl 6500K trifft die Vorgabe nicht genau, aber relativ gut. Unterhalb von 50IRE ist etwas zu viel Blau vorhanden und Oberhalb der 50 IRE fehlt etwas Grün. Das lässt sich aber im Menü “ Farbtemperatur” einfach korrigieren und mit dem Gammaequalizer auf Perfektion trimmen.
Der Gammaverlauf bei dem Werkspreset 2.2, ist ebenfalls schon recht gut und bedarf nur einer kleinen Korrektur.

CIE Diagramm Standard Farbraum X35

CIE Standard X35

Gamma 2.2 und RGB Verlauf  6500K Werkspreset X35

Gamma 2.2 X35
RGB Verlauf 6500K X35

Der RGB-Verlauf lässt sich, wie von JVC gewohnt, hervorragend auf Norm einstellen und auch der Gammaanstieg stimmt, nach der Korrektur im Gammaequalizer, perfekt. Im Eco Mode erreicht der X35, bei 90% Weitwinkelstellung, eine sehr gute Helligkeit von 750 Lumen. Der Schwarzwert war bei dem Testexemplar sehr gut und lies sich mit dem Sensor nicht mehr erfassen. Die Messgrenze des Sensor liegt bei 0,017 Lumen und wurde von einem JVC DLA-X75 erreicht. Das der X35 diesen Wert noch toppt, dürfte ein kleiner Glückstreffer sein, denn generell bietet der X75 den höheren Kontrastumfang. Das sieht man auch im direkten Vergleich, wo der X35 bei Mischszenen schneller Streulicht ins Schwarz bringt.Trotzdem ein sagenhafter Schwarzwert, der in dieser Preisklasse einmalig ist.
Im hohen Lampenmodus erreichte der X35 kalibrierte 930 Lumen, was in Relation zu dem lauterem Lüftergeräusch ein etwas dürftiger Anstieg ist.

RGB Verlauf und Gammapoint kalibriert X35

RGB Verlauf X35 kalibriert
Gamma X35 kalibriert

CIE Diagramm Farbraum Erweitert X35

CIE Erweitert X35

Schärfe / Konvergenz / Ausleuchtung

Die optische Schärfe des Objektives ist hervorragend und bildet Pixelgenau ab. Die Konvergenz war, für einen 3 Chip projektor, sehr gut und bedurfte keiner Korrektur, da im normalem Sehabstand keine Farbsäume oder ähnliches sichtbar waren. Generell sollte mit einer Konvergenzkorrektur, auf elektronischer Basis, bedacht umgegangen werden. Man kann zwar unschöne Farbsäume reduzieren, holt sich aber evtl. Unschärfen und Einfärbungen bei feinem Muster ins Bild. Die Ausleuchtung verlief absolut gleichmässig und lässt keine Kritik zu.
Die Bildschärfe ist gut und kann mit Hilfe der Detailverbesserung und Schärfekorrektur noch gesteigert werden. Bei Verwendung dieser Funktionen ist etwas Vorsicht geboten, da eine zu starke Anhebung rauschen im Bild erzeugt.

Schärfe und Detailverbesserung auf 0

JVC DLA-X35 nativ

Schärfe auf 15 und Detailverbesserung auf 20

JVC DLA-X35 Detailerweiterung

Bildeindruck 2D und 3D

Der X35 erzeugt ein sehr plastisches, farbkräftiges Bild. In dunklen Szenen mit Spitzlichtern, kann der JVC seinen Kontrastvorteil voll ausspielen und erzeugt viel Tiefe und das Bild ist frei von Grauschleier. In hellen Szenen schrumpft dieser Vorteil, reicht aber immer noch für ein sehr plastisches Bild.
Die 24p Wiedergabe ist gewohnt sauber, allerdings muss sich JVC Kritik für eine fehlende FI einfangen. Das können andere Hersteller besser und liefern in der Preisklasse gut, bis sehr gut funktionierende FI´s. Denn sobald Bewegung ins Bild kommt, verliert das Bild leicht an Detailreichtum und Bildschärfe.
Trotz erweitertem Farbraum, gefällt die Farbwiedergabe des X35 und bleibt weitestgehend im Rahmen, nur selten driftet Rot ein wenig ins Unnatürliche.
Die Durchzeichung gelingt dem X35 sehr gut, weder saufen Details in dunklen Szenen ab, noch überstrahlt etwas in Hellen.

Das 3D Bild bietet ebenfalls viel Tiefe, kräftige Farbdarstellung und Plastizität. Es ist minimal dunkler als das der Konkurrenz, aber durch den hohen Kontrast fällt das nicht negativ aus. Hin und wieder ist leichtes Ghosting zu sehen und generell wirkt das Bild etwas unruhig in der Bewegtdarstellung. Auch hier wäre eine FI wünschenswert. Dafür erzeugt der X35, durch seinen hohen Kontrastumfang, die tiefste 3D Wiedergabe im Feld der 3000€ Klasse.

Fazit

Der X35 gefällt durch seinen hervorragenden Schwarzwert und hohen Kontrastumfang. Im Eco Modus ist er einer der hellsten Projektoren und dabei angenehm leise. Gerade für Schwarzwertfetischisten bietet JVC, mit dem X35, den Einstieg in die Referenzklasse. Das motorische Objektiv bietet einen Hauch von Luxus, lässt sich super bedienen und macht die Ausrichtung einfach. Die Farbdarstellung, mit dem etwas ausgeprägterem Rot, dürfte den Geschmack vieler Leute treffen und das Fehlen eines Farbmanagements verschmerzen lassen.
Nach der Kalibrierung bietet der X35 einen Referenzverdächtigen Graustufenverlauf und Gammanstieg und das spiegelt sich im homogenen Bildeindruck wieder.

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Autor: Jan Andrick

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